Software

Souveräner und sicherer Datenaustausch

Die International Data Spaces ermöglichen offene Datenmarktplätze für die Wirtschaft und dienen als Blaupause für sichere Datenökosysteme.

Die von der Fraunhofer Gesellschaft entwickelte Architektur schafft einen Rahmen, der dem datengebenden Unternehmen die Möglichkeit gibt, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen und dabei stets die Kontrolle über die Verbreitung und Nutzung der Daten zu bewahren. Sie schafft damit die Rahmenbedingungen für echte Datensouveränität im industriellen Kontext und dient als wesentliche Komponente einer Dateninfrastruktur in und für Europa. Die Telekom nutzt die Referenzarchitektur der International Data Spaces bereits als innovative Plattform (DIH) für den sicheren und effizienten Austausch. Bei der Verarbeitung und der Analyse von Daten liegt ihr Fokus auf innovativen datengetriebenen Services und Anwendungen rund um maschinelles Lernen oder Künstliche Intelligenz (KI).

© Fraunhofer ISST
Die Lösung für das Paradoxon zwischen Datenaustausch und Datenschutz

Die International Data Spaces-Initiative ermöglicht offene Datenmarktplätze für die Wirtschaft. Auf ihnen werden Daten zwischen vertrauenswürdigen Partnern sicher getauscht. Die Datensouveränität aller Partner wird über die gesamte Datenwertschöpfungskette gewahrt. Die International Data Spaces sind Teil einer sicheren Dateninfrastruktur und damit eine Schlüsseltechnologie für innovative Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Sie tragen zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft sowie zur gesellschaftlichen Prosperität bei. Als wichtiger Baustein der digitalen Infrastruktur helfen die International Data Spaces dabei, die Chancen der KI zum Wohle von Menschen und Unternehmen zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu begegnen.

Technische Voraussetzungen

Um die Vorteile der International Data Spaces zu nutzen, muss ein International Data Spaces Connector eingesetzt werden. Er ist die Software-Schnittstelle zu den International Data Spaces und ermöglicht die Umsetzung der Datensouveränität.

Grundlegend gibt es drei Varianten einen IDS Connector einzusetzen:

Integration in die eigene Systemlandschaft

Der IDS Connector ist modular gestaltet, sodass bereits viele Unternehmen von der IT Architektur kompatibel sind. Eine Möglichkeit ist also die eigene IT Infrastruktur zu nutzen und IDS-kompatibel zu machen. Um die International Data Spaces in die eigene Infrastruktur zu integrieren, müssen drei wesentliche Bausteine eingesetzt werden: IDS Schnittstelle (https oder IDSCP), Informationsmodell und Usage Control. Anschließend muss das entwickelte System zertifiziert werden.

Implementierung eines eigenen Connectors

Ein eigener Connector als monolithische Software kann ebenfalls implementiert werden. Unterstützung bietet hier das IDS Framework. Es ermöglicht die einfache Implementierung eines JAVA Connectors.

Off the Shelf

Die einfachste Variante ist die Verwendung eines bereits existierenden Connectors. Die drei am weitesten entwickelten Connectoren sind der Dataspace Connector, der Trusted Connector und der Enterprise Integration Connector. Weitergehend gibt es Connectoren für vielfältige Einsatzzwecke, für unterschiedliche Hardware und in unterschiedlichen Programmiersprachen. Alle Fraunhofer Connectoren sind hier aufgelistet: Connector.

Neben dem Connector werden noch einige zentrale Infrastrukturservices benötigt. Vor allem ein Identity Provider für die Definition und Verteilung von Connector-Identitäten wird benötigt. Aktuell wird innerhalb des IDSA die Bereitstellung dieser Basisinfrastrukturservices vorbereitet, welche in 2020 bereitstehen werden. Solange kann die nötige Infrastruktur des IDS Lab verwendet werden, um prototypisch eigene Anwendungsfälle umzusetzen. Für mehr Informationen kontaktieren sie bitte Heinrich Pettenpohl.

Das IDS Ökosystem

Architekturelemente

Im nachfolgenden Teil werden die einzelnen Architekturelemente vorgestellt, die durch Fraunhofer im Rahmen der BMBF Forschungsprojekte und des Forschungszentrums Data Spaces entwickelt wurden.

 

Connector

Der Connector ermöglicht den technischen Zugang zum IDS Ökosystem.

 

Identity Provider

Die International Data Spaces bieten ein unternehmensübergreifendes Identitätsmanagement nach modernen Standards und mit geringen organisatorischen Anforderungen.

 

Clearing House

Das Clearing House ist ein Vermittler, der Freigabe- und Abrechnungsdienstleistungen für alle Finanz- und Datenaustauschtransaktionen erbringt.

 

Informationsmodell

Die standardkonforme und semantische Beschreibung aller Akteure und Ressourcen in einem Data Space

 

App Store

App Stores bieten eine sichere Plattform für die Verteilung von Data Apps.

 

Metadaten Broker

Der Metadaten Broker stellt die Referenzimplementierung des IDS Brokers dar und folg daher auch der generischen Connector-Architektur, wie im Referenzarchitekturmodell beschrieben.

 

Usage Control

Unternehmen stehen bei der digitalen Wertschöpfung immer wieder vor der Herausforderung, wie ihre sensiblen und geschäftskritischen Daten geschützt werden können.

Referenzarchitekturmodell

 

RAM 3.0

Reference Architecture Model

Version 3.0